B50 Entry Level Server

Technische Übersicht - Installation - Auto Power On

Die B50 entspricht von ihrem Innenleben her einer 43P-150 Workstation. Alle Informationen zur Betriebssysteminstallation lassen sich 1:1 übertragen. Von der Hardware Ausstattung (PCI Slots) ist die B50 als rackmount Server jedoch etwas spartanischer.

Technische Übersicht

Der B50 ist als typischer Web-Server konzipiert und wird mit einer Power3 CPU mit 375MHz, sowie maximal 1GB RAM ausgestattet. Eine weitere Aufrüstung ist nicht vorgesehen. Mit dieser Ausstattung ist er jedoch gut als Web-Server gerüstet. Dazu kommt er in einem Gehäuse, das für den Einbau in ein 19" Rack gedacht ist. Er ist nicht als Desktop Rechner gedacht, hat deshalb keine interne Graphikkarte und kann nur über zwei PCI Slots erweitert werden. Aus diesem Grund ist er auch nicht richtig für HACMP geeignet (da man entweder auf einen zweiten Plattenadapter oder eine zweite Netzwerkkarte verzichten muß und so einen "single-point-of-failure" SPOF im Cluster hätte.

Was den B50 z.Zt. so interessant macht, ist der Umstand, daß solche Server zu hunderten bei verschiedenen Auktionshäusern im Internet versteigert werden bei Preisen zwischen 300 - 1200 Euro, je nach Ausstattung. Die billigsten Geräte kommen mit 256MB RAM ohne Laufwerke, die teureren bieten Schnellwechselschächte für die SCSI Festplatten, 4mm Bandlaufwerk oder CD-ROM (Brenner möglich), 1024MB RAM und Diskettenlaufwerk. Die preiswertesten Festplatten sind Quantum Atlas V Modelle mit 9,1GB, sie sind für Preise zwischen 69.- und 89.- Euro pro Stück erhältlich. Davon sollte man seinem Server mindestens 2 Stück spendieren um den AIX LVM richtig nutzen zu können. Zwei ist gleichzeitig auch die Anzahl, für die eine B50 vorgesehen ist. Wer mehr Platten nutzen möchte, sollte externe SCSI-Gehäuse verwenden. Wer keine IBM Wechselschächte hat, muß normale Einbaurahmen (gibt's ab 2,50 Euro) verwenden. Von der quick-and-dirty Methode die Platten im Käfig nur an einer Seite festzuschrauben sollte man hingegen absehen.

Für Einsteiger kann ein B50 Server eine preiswerte Möglichkeit bieten, sich mit AIX (ab Version 4.3.2+) oder PowerPC Linux (von Suse oder YellowDog) auseinanderzusetzen. Wegen der eingeschränkten Ausstattung der versteigerten B50 hat ein Neuling jedoch häufig Schwierigkeiten, das System überhaupt zu installieren. Nicht jeder hat einen NIM Server zu Hause, um andere Server über Netz installieren zu können. In der Regel wird man die B50 also mit einem CD-ROM Laufwerk ausrüsten und dann eine CD-Installation durchführen. Das ist für Einsteiger die wohl beste weil einfachste Vorgehensweise.

Installation

Hardware

Die Installation von zusätzlicher Hardware ist nicht anders als bei anderen PC oder pSeries Systemen auch. Worauf man ggf. jedoch achten muß ist, daß der B50 intern SCSI3 Kabel verwendet. Deshalb kann es notwendig sein, Adapter zu nutzen, um z.B. CD-ROM, 4mm Bandlaufwerk oder Festplatten anschließen zu können.

Wer die B50 mit IBM Schnellwechselschächten von IBM bekommt sollte prüfen, ob die Platten im Wechselrahmen richtig herum in den Schacht geschoben werden können. B50 Festplattenwechselrahmen, hinten. Bei unseren ersteigerten B50 waren die Rahmen falsch montiert, so daß die Platten zunächst auf dem Rücken liegend eingebaut werde mußten. Wenn in der Spezifikation der Festplatten die Überkopfmontage aber nicht ausdrücklich erlaubt ist, dann sollte man die Finger davon lassen, denn dann ist es eine totsichere Methode, um die Platten in kürzester Zeit zu zerstören. Der Wechselrahmen kann in so einem Fall aber zerlegt und richtig zusammengebaut werden, womit die Platten dann richtig herum liegen. Wer sich diese einfache Änderung nicht zutraut, kann das B50 Gehäuse auch auf die Seite stellen (oder an die Wand hängen) was für die Lager (und Lebensdauer) derFestplatten immer noch besser ist, als außerhalb der Spezifikation betrieben zu werden.

Man kann in den IBM Servern i.d.R. ein beliebes SCSI-CD-ROM Laufwerk verwenden. Es darf ruhig ein etwas schnelleres Laufwerk sein, besser noch ein CD-ROM-RW um auch Daten brennen zu können. Mit GNU cdrecord (V. 1.8a5)  und mkisofs (V.1.5) empfiehlt IBM z.B. konkret das Yamaha CRW4416SX. Es ist außerdem möglich ein SCSI DVD-R einzusetzen.

Damit ein SCSI-CDROM Laufwerk korrekt erkannt wird, darf es nicht terminiert sein und sollte keine SCSI-ID verwenden, die bereits für die Festplatten genutzt wird. Wer unsicher ist, probiert zweckmäßigerweise ID5 oder ID6 aus, das wird in den allermeisten Fällen funktionieren.

Software

Firmware- und Microcodelevel prüfen und aufrüsten

Achtung: damit eine B50 / 43P-150 mit AIX 5.3 TL10+ arbeitet, muß mindestens dieser Firmwarelevel genutzt werden: TCP09267. (TCP09267 ist April 2010 der letzte Level. Bis TL9 reicht TCP02289 vom Juni 2003)

Den letzten verfügbaren Microcode  bzw. Firmware findet man auf der IBM  Microcode Download Seite (Link auf der AIX-Links Seite). Man lädt die Datei in ein temporäres Verzeichnis, z.B. /tmp/fwupdate. Nach dem herunterladen muß die Datei mit chmod 700 ausführbar gemacht werden. Nach dem Entpacken wechselt man ins /usr/lpp/diagnostics/bin Verzeichnis und ruft dort folgenden Befehl auf:

# ./update_flash -f /tmp/fwupdate/TCP09267.img

auf. Mit „1“ bestätigt man die Ausführung und den automatischen reboot. Während des reboots wird das update eingespielt. Nach dem reboot, sollte die Maschine mit dem aktuellen firmware hochkommen.

Da die B50 i.d.R. keinen Graphikadapter hat, steuert man sie zweckmäßigerweise über das Netzwerk via X-Windows oder im Ausnahmefall über die serielle Konsole. Um jedoch überhaupt Zugang zur B50 zu bekommen, also z.B. bei der Erstinstallation verwendet man in jedem Fall eine serielle Konsole. Dazu benötigt man ein serielles Nullmodemkabel mit DB9 Anschlüssen, das man am S1 Port anschließt und dann über ein Terminalprogramm steuert. Auch serielle (blaue) Laplink Kabel sind für die Verbindung PC mit pSeries gut geeignet. Für unser Beispiel verwenden wir Telix 3.22, ein altes DOS-Terminal Proramm. Die Terminaleinstellungen sind 9600, 8N1. Hyperterm oder jedes andere Terminalprogramm taugt ebenfalls für unseren Zweck, wichtig sind die genannten Einstellungen.

Kabel (mit Linux-PC oder MAC) verbinden, Terminal auf dem anderen System aufrufen, B50 einschalten. Nach ein paar Sekunden sollte der Systemtest in der Konsole sichtbar werden. Nach dem Tastaturtest kann man durch Drücken der Taste 5 in der Konsole das Boot-Menü aufrufen.

Firmware B50

CD Installation

Wenn auf der B50 bereits ein Betriebssystem ist, ändert man am einfachsten die bootlist, um von CD-ROM zu starten. Bei diesem Test verwenden wir ein Plextor PX-32TSi SCSI-CD-ROM mit SCSI-ID 6 und installieren AIX 5L Ver. 5.2 über AIX 4.3.3 ML 11. Das Setup-Programm erkennt dies und bietet von sich aus eine Migration Installation an.

# bootlist -m normal cd0 hdisk0 ent0

Bei einer Migration handelt es sich quasi um eine Neuinstallation die jedoch rootvg, die logical volumes und die Systemkonfigurationsdateien beibehält. Eine Migration ist nur notwendig, wenn mindestens das AIX Release unterschiedlich ist. Wenn nur der Modification Level unterschiedlich ist, reicht ein Update All.

Eine Sammlung von screenshots einer Installation findet sich hier.

Rein subjektiv fühlt sich AIX 5L Ver. 5.2 übrigens nur halb so schnell an wie AIX 4.3.3. Insbesondere der boot-Vorgang dauert "ewig". Je nach Einsatzzweck könnte also AIX 4.3.3 ML11 die beste Wahl für diese Maschine sein.

NIM Installation

Bandlaufwerks Installation

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B50 / 43P Auto Power On

Wenn man den Server nach Stromausfall nicht alle wieder per Knopfdruck einschalten möchte, dann kann man die B50 Baureihe so konfigurieren, daß sie sich selber einschalten sobald der Strom zurück kommt. Damit sich der 7046-B50 bzw. der 7043-43PServer selbstständig bei Strom an startet, muß auf der Hauptplatine ein Jumper (J15) gesteckt werden. Hier im Bild die Stellung in der der Server nicht automatisch bei Strom an startet.

B50 Auto Power On Jumper. Hier gesteckt: kein automatischer Start.

Man sieht am Jumper links die Beschriftung: "RMT ON" (remote on). Für Auto Power On steckt der Jumper so:

7046-B50 Auto Power On J15

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